07. Februar 2012 | Management | Keine Kommentare
Unklare Kommunikation schafft Willkür im Handeln
Mein Blog ist ja etwas verwaist, wenn nicht sogar vernachlässigt - mea culpa!
Oft denke ich mir "diese Banalitäten, die ich bemerke und über deren Lösungswege ich gerade nachdenke, kennt eh schon Jeder! - also wozu noch darüber schreiben?"
Und doch gewinne ich den Eindruck, dass sogar handelnden Personen im Management die Konsequenzen ihres Handelns - oder meist des Nicht-Handelns kaum gegenwärtig oder vorstellbar sind.
Ein kurzes Beispiel zur Verdeutlichung?
Projektverantwortliche schweigen über Rahmenbedingungen, kurz- und mittelfristige Änderungen, geben keine klaren Anweisungen oder Regelungen bekannt.
Ergebnis #1: Verwirrung bei allen Mitwirkenden, die bei Entscheidungsträgern in willkürlichem Handeln endet - je nach Auslegung der nicht vorhandenen oder unklaren Anweisungen und Direktiven.
Ergebnis #2: Ständiges Rückfragen bei der Projektleitung, zeitraubende Gespräche zwischen einzelnen Mitwirkenden und wieder mehrdeutige Anweisungen.
Ergebnis #3: Gerüchteküche beginnt zu brodeln, persönlich gefärbte Prognosen, individuelle Meinungen gewinnen die Überhand. Wer nicht sicher im Sattel sitzt, bekommt Gegenwind zu spüren.
Ergebnis #4: Misstrauen entsteht, gefolgt von Demotivation aller Beteiligten.
Ergebnis #5: Hemmungsloses Rück-Delegieren an die Projektleitung beginnt.
Das neue Motto: "Dann warten wir mal ab und bewegen uns so wenig wie möglich, dann können wir nichts falsch machen und uns unnötige Mehrarbeit aufhalsen."
Wie geht das aus? Kennen Sie Ähnliches?
Und doch wäre die Lösung so einfach: Ein klares JA, das auch ein JA ist, statt einem Vielleicht, und ein klares NEIN, das auch als NEIN gilt. Und über die Ausnahmen denken wir nach, wenn sie auftreten!
Im geschilderten Projekt haben die Ausnahmen das Kommando.
Mit klarer Kommunikation hingegen wird ein Rahmen festgelegt, innerhalb dessen ALLE eigenverantwortlich agieren können und dürfen; Ausnahmen sind hier wirkliche Grenzfälle, deren es eine Rücksprache bei der Projektleitung bedarf.
Aber andererseits, wie bleibt man als Projektleitung sonst im Gespräch? Na dann: viel Vergnügen!